Zwischen dem Justizministerium und den Justizvollzugsanstalten ist keine Mittelbehörde (Strafvollzugsamt) zwischengeschaltet. Jede Justizvollzugsanstalt ist einem bestimmten Referenten oder Referentin der Justizvollzugsabteilung zugeordnet, der die Dienstaufsicht über die Anstalt ausübt. Durch regelmäßige Besuche der Referenten oder Referentinnen in den Justizvollzugsanstalten, durch Prüfungen sowie durch schriftlichen und telefonischen Kontakt mit den Anstalten, insbesondere im Zusammenhang mit Eingaben von Gefangenen, sind ein guter Informationsaustausch, kurze Entscheidungswege und Praxisnähe sichergestellt.
Der Anstaltsleiter trägt die Verantwortung für den hiesigen Vollzug. Er vertritt die Anstalt nach außen. Das Justizministerium bestimmt den Anstaltsleiter und dessen Vertreter.
Anstaltsleiter: Leitende Regierungsdirektorin Hügle
Stv. Anstaltsleiterin: Regierungsdirektorin Demmler
Der Verwaltungsleiter ist für die allgemeinen Verwaltungsaufgaben der Anstalt einschließlich der Bearbeitung der Personalangelegenheiten zuständig. Er ist zudem Beauftragter für den Haushalt.
Verwaltungsleiterin: Amtsrätin Zang
Seit dem 1. Januar 1980 verpflichtet das Strafvollzugsgesetz die Justizverwaltungen zur Bildung ehrenamtlich tätiger Beiräte bei den Vollzugsanstalten. Heute gibt es Beiräte in allen selbständigen Justizvollzugsanstalten des Landes.
Bei den Justizvollzugsanstalten sind Anstaltsbeiräte gebildet, deren Mitglieder keine Vollzugsbedienstete sind und dieses Amt
ehrenamtlich ausführen.
Sie wirken mit bei der Gestaltung des Vollzuges und der Betreuung der Gefangenen, unterstützen den Anstaltsleiter durch Anregungen und
Verbesserungsvorschläge und helfen bei der Eingliederung der Gefangenen nach der Entlassung.
In der hiesigen Justizvollzugsanstalt besteht der Beirat aus fünf Mitgliedern. Diese werden vom örtlichen Gemeinderat vorgeschlagen und vom Justizministerium für die Dauer von fünf Jahren bestellt.
Der seit 28. September 2022 bestellte Anstaltsbeirat setzt
sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzende: Frau Roswitha Henz-Best
Weitere Mitglieder:
- Frau Dr. Regina Jutz
- Herr Dr. Bernhard Boll
- Frau Roswitha Henz-Best
- Frau Michaela Settelmaier
- Herr Chris Rihm
Die Adresse des Beirates lautet:
Frau Roswitha Henz-Best
Ruhrstraße 5
68167 Mannheim
Sie, als engagierte Bürgerin und engagierten Bürger, brauchen wir:
Die Wiedereingliederung von Strafgefangenen ist auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Ihr ehrenamtliches Engagement kann einem Straftäter eine echte Chance eröffnen, wieder in die Gesellschaft zurückzufinden.
Sie können uns helfen durch Angebote in den Bereichen
- soziales Training
- Gesprächsgruppen
- Sport- und Freizeit
- Aus- und Weiterbildung
- Einzelbetreuung
die Chancen von Strafgefangenen für ein sozialverantwortliches Leben nach der Haftzeit zu verbessern .
Ihre beruflichen und persönlichen Fähigkeiten und Ihr Engagement sind gefragt!
Wir erwarten, dass:
- Sie mindestens 21 Jahre alt sind
- gegen Sie innerhalb der letzten 5 Jahre keine Freiheitsstrafe und keine freiheitsentziehenden Maßnahmen der
Besserung und Sicherung verhängt oder vollzogen wurden
- Sie nicht unter Bewährungs- oder Führungsaufsicht stehen
- gegen Sie kein Ermittlungs- oder Strafverfahren anhängig ist.
Wir bieten Ihnen:
- fachliche Beratung
- Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen
- Regelmäßige Mitarbeitertreffen
- Fortbildung
- Unfallschutz nach den gesetzlichen Bestimmungen während der ehrenamtlichen Tätigkeit
Sie sind neugierig geworden?
Näher informiert Sie gern der zuständige Mitarbeiter Herr Brühl (Tel. 0621/398-244).
Die Aufgaben einer Hauptgeschäftsstelle sind sehr vielseitig:
- Bearbeitung des Posteingangs der Anstalt
- Allgemeine organisatorische Aufgaben
- Führung der Generalakten
- Personalplanung
- Personalsachbearbeitung von der Personalauswahl bis zur Entlassung, dabei: - Führung der Personalakten
- Arbeitszeit der Bediensteten
- Mitteilungen an das Justizministerium
- Mitteilungen an das Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg
- Mitwirkung bei Beurteilungen
- Mitwirkung bei Beförderungen
- Vorstellungen beim Gesundheitsamt
- Prüfungstätigkeiten
Die Vollzugsgeschäftsstelle erledigt sämtliche Verwaltungsgeschäfte, die den Gefangenen unmittelbar betreffen – von
der Inhaftierung bis zur Entlassung.
Dazu gehören unter anderem:
- vorläufige Berechnung der Strafzeiten
- Überwachung und Kontrolle von Strafdaten, beispielsweise 1/2-Strafe, 2/3-Strafe und Entlassungstag
- Überwachung und Kontrolle von Terminen, beispielsweise Verhandlungstermine, Anhörungen bei Gericht und andere
Vorführungstermine
Erstellung, Führung und Aufbewahrung der Gefangenenpersonalakten - Führung des Buchwerks
- Vorbereitung und Organisation von Transporten
- Führung des Urlaubs-und Ausgangsbuchs und der Urlaubstagelisten
- Ausstellung der Urlaubs- und Ausgangsscheine
- Belehrungen und Eröffnungen im Auftrag von Gerichten, Staatsanwaltschaften, Strafvollstreckungskammern,
Ausländerbehörden und anderen Behörden
- Mitteilungen an die Konsulate jener Länder, bei denen eine Meldepflicht über inhaftierte Personen besteht
- Kontaktstelle zu anderen Behörden, Rechtsanwälten, Angehörigen und anderen Privatpersonen
Die Aufgaben des Vollzuglichen Versorgungsmanagements sind:
- Aufstellung und Überwachung der Haushalts- und Wirtschaftspläne
- Zentrale Beschaffung für Gefangenenbekleidung, Wäsche und Bettzeug für alle Anstalten in Baden-Württemberg; einschließlich der Durchführung der öffentlichen Ausschreibung
- Beschaffung von Büromaterial, Reinigungsmittel, Ausstattungsgegenständen und technischen Geräten
- Überwachung, Buchung und Freigabe des gesamten Zahlungsverkehrs
- Bearbeitung von Schadensersatzsachen, inkl. Korrespondenz mit der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart
- Bearbeitung von Zahnersatzanträgen von Gefangenen
- Berechnung und Weiterleitung von Transportkosten von Gefangenen in gerichtlichen Verfahren
- Überwachung und Buchung der Anlagenbuchhaltung
- Bearbeitung von Haftkostensachen gem. § 50 StVollzG
- Überwachung der Einhaltung von Hygienerichtlinien
- Überwachung der Versorgungsbetriebe
Die Zahlstelle verwaltet die Gefangenengeldkonten für:
- die Hauptanstalt mit Außenstellen
- Freigängerhaus
Das Verbuchen und Verwalten von: - Arbeitsentgelt
- Taschengeld
- Schadenersatzleistungen
- Haftkostenbeiträgen
- Stromgelder
- TV-Mieten
Des Weiteren ist die Zahlstelle zuständig für:
- Die finanzielle Abwicklung des Urlaubs bzw. Ausgangs der Gefangenen
- Abwicklung der Gefangeneneinkäufe
- Drucken von Kontoauszügen für die Gefangenen
- Abrechnung der Gefangenenkonten aus Anlass der Entlassung, Abschiebung oder Verlegung in eine andere Justizvollzugsanstalt
- Bearbeiten von verschiedenen Anträgen und Ausführung von Überweisungen für die Gefangenen
- Bearbeitung von Pfändungs-und Überweisungsbeschlüssen (Erstellen von Drittschuldnererklärungen sowie Abführung von pfändbaren Geldern an die Gläubiger)
Die Sozialarbeiter sind für die soziale Betreuung der Gefangenen zuständig.
Ihre Aufgaben sind u.a.:
- Führen von Erstgesprächen mit Gefangenen / Erstellung von Sozialanamnesen
- Beratung und Betreuung der Gefangenen
- Kontakt zu Angehörigen und sonstigen Dritten
- Mitwirkung bei der Behandlungsuntersuchung
- Mitwirkung an der Fortschreibung des Vollzugsplans
- Begleitung bei vollzugsöffnenden Maßnahmen
- Beurteilung der Gefangenen, insbesondere Fertigung fachlicher Stellungnahmen und Berichte an externe Stellen
- Entlassungsvorbereitung
- Durchführung von Schuldnerberatung und Suchtberatung sowie Vermittlung an externe Fachberatungsstellen
- Kooperation mit externen Diensten und Behörden
- Leitung von Betreuungs-, Wohn- und Behandlungsgruppen bzw. dortige Mitarbeit
- Förderung der Vater-Kind-Beziehung und familienfreundliche Vollzugsgestaltung
- Anti-Aggressivitäts-Training
- Krisenintervention
In der JVA Mannheim sind ein evangelischer und ein katholischer Geistlicher angestellt, die für die religiöse Betreuung der Gefangenen zuständig sind und regelmäßig Gottesdienste abhalten.
In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen kommen italienische und spanische Geistliche, ein kroatischer Pfarrhelfer, ein türkischer Imam, ein griechisch orthodoxer, ein serbisch orthodoxer und russisch orthodoxer Geistlicher für die religiöse Betreuung der jeweiligen Glaubensgemeinschaft in die Anstalt.
Die Aufgaben des psychologischen Dienstes sind im wesentlichen:
- Mitwirkung bei der Vollzugsplanung, dies bedeutet Mitwirkung bzgl. der Zuweisung von Arbeits-, Ausbildungs-, Therapie- und Beschäftigungsmaßnahmen, Falldokumentation, sowie Anfertigung fachlicher Stellungnahmen zu Fragen der Sozial- und Kriminalprognose, der Lockerungs- und Therapieeignung
- Psychologische Einzelfallhilfe und Betreuung
- Prüfung der Unterbringung zur Vermeidung von selbst- und fremdschädigendem Verhalten Krisenintervention
- Organisations- und Personalentwicklung: Mitwirkung bei der Personalauswahl, Mitarbeiterschulungen, Organisationsplanung
- Psychotherapie von Gewalt- und Sexualstraftätern bzw. Motivation und Vermittlung in geeignete therapeutische Maßnahmen
Die Arbeit des Pädagogischen Dienstes umfasst ein vielfältiges Spektrum.
Viele Gefangene verfügen weder über schulische, noch über berufliche Abschlüsse. Außerdem zeigen sie oft Defizite
im sozialen Verhalten und in der Allgemeinbildung. So betreut er die unterschiedlichsten Bildungsangebote im allgemein- und berufsbildenden
Unterricht, um den Gefangenen, nach ihrer Entlassung, verbesserte Eingliederungschancen in die Gesellschaft zu ermöglichen.
Der Pädagogische Dienst dient als Bildungs- und Ausbildungsberater und stellt, mittels verschiedener Tests, die Eignung der Gefangenen
für diverse Fortbildungsmaßnahmen fest.
Als eine von wenigen Justizvollzugsanstalten des Landes verfügt die JVA Mannheim über eine Krankenabteilung zur stationären Aufnahme von kranken Gefangenen.
Die medizinische und pflegerische Versorgung wird durch ausgebildetes Fachpersonal rund um die Uhr gewährleistet. Neben 3
hauptamtlichen Anstaltsärzten sind hier Beamte des allgemeinen Vollzugsdienstes,
die eine Zusatzausbildung zum Krankenpfleger oder Krankenpflegehelfer erfolgreich abgeschlossen haben, beschäftigt.
Derzeit kümmern sich 4 examinierte Krankenpfleger, bzw. Krankenschwestern,
11 Krankenpflegehelfer bzw. Krankenpflegehelferinnen und 2 Arzthelferinnen um die kranken Gefangenen.
Wie bei einem praktischen Arzt „draußen“ erfolgen auch hier durch unsere Anstaltsärzte Überweisungen an Fachärzte oder andere medizinische Einrichtungen.
Die Krankenabteilung besteht aus einem ambulanten und einem stationären Bereich.
Im stationären Bereich ist die Aufnahme von maximal 22 Patienten möglich.
Zu den Aufgaben der Krankenabteilung gehört u.a.:
- Vorbereitung zur Operation und endoskopischen Untersuchungen
- Postoperative Versorgung und Überwachung
- Überwachung und Behandlung von psychisch auffälligen Patienten.
- Pflege von Patienten, welche auf Grund ihrer Erkrankung auf pflegerische
- Hilfe angewiesen sind (füttern, waschen, baden etc.).
Im ambulanten Bereich werden täglich durchschnittlich 80 Patienten behandelt.
Dies umfasst u.a. folgende Aufgaben:
- Arztvorstellungen
- Ultraschall Untersuchungen
- Röntgen (eigene Röntgenabteilung mit ausgebildetem Fachpersonal)
- Blutentnahmen im eigenen Labor
- EKG
- Physikalische Therapie
- UV-Bestrahlungen
- kleinere chirurgische Eingriffe in Lokalanästhesie